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Melser Denkpause, Kultursommer Mels, 2010
Aktion
"Melser Denkpause" so der Titel der neusten Arbeit der Konzeptkünstler Frank und Patrik Riklin. Sie "provoziert eine Gemeinde mit einer Weltneuheit" (Tagesanzeiger, 18.3.2010) und beinhaltet die tägliche Abschaltung des gesamten Stromnetzes in der Gemeinde Mels für eine bestimmte Dauer. Die Idee einer solchen vollständigen Unterbrechung ist der Versuch, Kunst und Leben zu einem kunstübergreifenden Erlebnisraum zu verdichten, indem die gesamte Bevölkerung Teil des Kunstwerkes wird. Das Thema "Denkpause" der Ausstellungsmacher des Kultursommers in Mels wird dabei wörtlich genommen und auf radikale Weise umgesetzt.
Die Gemeinde Mels im Sarganserland wird weltweit zum ersten Imageträger einer pionierträchtigen Intervention. Eine grundsätzlich absurd erscheinende Praxis des absichtlichen Stromausfalles etabliert sich zu einer bis anhin unvergleichlichen Alltagskultur und läutet eine neuartige Dimension im System des Alltags ein.
Allein die Veröffentlichung dieses Konzepts löste eine heftige Kontroverse aus und hat die Bevölkerung der Gemeinde Mels in Aufregung versetzt.
"Die Reaktionen auf das Projekt "Denkpause" reichen von Zustimmung bis zu erbitterter Ablehnung und blankem Entsetzen." (St.Galler Tagblatt, 20.3.2010).
Sehen Sie den TV-Beitrag Null Sterne und andere Streiche auf Kulturplatz (8 Minuten) vom 10.3.2010, Schweizer Fernsehen SF
Lesen Sie den Artikel Atelier für Sonderaufgaben - eine Stadt ohne Strom im ART- Kunstmagazin, 26.3.2010, Text: Gerhard Mack

Null Stern Hotel, Sevelen, 2008
Aktion / Installation
Das erste "Null Stern Hotel" der Welt wurde unter dem Namen "Zero Star Hotel" über Nacht weltberühmt. Die Installation bietet ein innovatives Nischenprodukt in mehrheitlich leerstehenden Luftschutzanlagen der Schweiz und befindet sich an der Schnittstelle zwischen Kunst, Kommerzialisierung und Swissness. Das Konzept formuliert die Antithese zum Grössen- und Luxuswahn der heutigen Zeit und kokettiert mit dem Sternesystem der Hotellerie.
Sehen Sie die Filme "Null Stern Hotel der erste Testbetrieb" (16 Minuten) und "Null Stern Hotel der zweite Testbetrieb" (5 Minuten), den Fernsehbericht auf CNN International (7 Minuten) oder "Back to basics" in Business Traveller auf CNN International mit Kult-Moderator Richard Quest (3 Minuten).
Sehen Sie den offiziellen Trailer Null Stern the only star is you (1 Minute), video-artwork, 2009
Weitere Informationen zum Null Stern Hotel finden Sie unter www.null-stern-hotel.ch oder
www.zero-star-hotel.com

Route Surprise, 2008
Aktion
Unter dem Titel "Route Surprise" initiierte das Atelier für Sonderaufgaben im Auftrag der Regierungspräsidentin Kathrin Hilber acht spontane Überraschungsfahrten in die Regionen des Kantons St.Gallen. Mittels "Telefon-Stichomantie" wurde eine zufällige und wild zusammengewürfelte Gästeschar zu einer Fahrt ins Blaue eingeladen. Ziel der Aktion war, eine bis anhin noch nie dagewesene Durchmischung zwischen Stadt -und Landbewohnern auszulösen und so einen aussergewöhnlichen Austausch zu lancieren.
Aktion 29.2., Schaffhausen, 2008
Aktion
Der direkte Zugang von der Stadt an das Rheinufer ist für die Schaffhauser Bevölkerung seit 40 Jahren durch die verkehrsreiche Rheinuferstrasse stark beeinträchtigt. Durch einen Normbruch brachte man den Feierabend-Verkehr temporär zum Stillstand: Mittels vier weisser Lieferwagen wurde für die Bevölkerung eine quer zur Strasse liegende Passage erstellt. Was in der Realpolitik der Pragmatismus bestimmt, bestimmt in der Kunst die Freiheit.
Sehen Sie den Handyfilm der "Aktion 29.2." auf youtube (4 Minuten).

Coco & Chiaro, St. Gallen, 2007
Aktion / Installation
Was auf den ersten Blick wie ein Gag anmutet, hat einen vielschichtigen Hintergrund. Die Papagei-Aktion am Tag der offenen Tür zur Einweihung des St. Galler Rathauses geschah ohne Ansage und konfrontierte die Besucherinnen und Besucher der Chef-Etage mit einem unvermittelten Einblick in einen (speziell hergerichteten) Sitzungsraum. Papageien waren in der Antike die einzigen Haustiere in Herrscher-Häusern. Ihre Fähigkeit, menschliche Laute nachzubilden, stellte eine grobe Analogie zum Geschwätz in Amtsstuben her. Diese kulturgeschichtliche Bedeutung war Ansatzpunkt der Aktion.
Stadttelefon, Chur / Friedrichshafen / Rotmonten, seit 2007
Aktion im öffentlichen Raum
Das Stadttelefon wird im öffentlichen Raum installiert und ist von jedem Anwohner, Passant oder Tourist nutzbar. Die Bevölkerung wird durch einen Brief des Stadtpräsidenten aufgefordert, die betreffende Nummer (Business number) anzurufen und gegebenenfalls den Hörer abzunehmen, falls es klingelt. Der Gewinn, der durch die Verbindungskosten erzielt wird, kommt einer sozialen Einrichtung zugute. Das Objekt "Telefon" initiiert eine spielerische Verschiebung des individuellen Telefonaktes in den öffentlichen Raum, weicht soziale Verkrustungen auf und provoziert unübliche Vernetzungen.
Sehen Sie den Film "Quartiertelefon" von video-artwork (27 Minuten).
Hans Holleins Passage, Mönchengladbach, 2007
Aktion im öffentlichen Raum
"Hans Holleins Passage" ist eine Aktion, welche die bis heute fehlende urbane Anbindung des Abteiberg Museums Mönchengladbach thematisiert. In den Plänen des Architekten Hans Hollein aus dem Jahre 1983 wäre eine Passage zwischen Museum und Innenstadt vorgesehen gewesen. Doch da die Stadt keine Chance sah, die im Wege stehenden Häuser aufzukaufen und abzureissen, blieb es bei den Plänen. In Kooperation mit der Anwohnerschaft entstanden drei Varianten der Häuserdurchquerung, welche die "vergessene" Passage mit einfachsten Mitteln umsetzen liess.
Raumkultur, 2007
Intervention
Im Auftrag der Regierungspräsidentin Kathrin Hilber begab sich das Atelier für Sonderaufgaben auf den Weg, in den sieben Departementen des Kantons St.Gallen die Staatskanzlei miteingeschlossen bestehende Sitzungsräume auf spielerische Art und Weise zu untersuchen. Dabei entstanden acht Interventionen in oder ausserhalb der Verwaltungsgebäude. Ein Experiment zwischen Kunst und Verwaltung.
Sehen Sie die Reportage "Raumkultur" von video-artwork (27 Minuten).
Die Kunst, das Leben und der Tod, 2006
Filmischer Essay, DV-Pal, 37min. (im Auftrag des Schweizerischen Kunstvereins)
Vier ältere Mitglieder von verschiedenen Kunstvereinen, aus verschiedenen Sprachregionen, mit verschiedenen Leidenschaften: Urs Widmer aus Winterthur, Tarcisio Trenta aus Lugano, Jacques Guidon aus Zernez, Nelly Schneeberger aus Moutier. Die Autoren dringen in deren Wohnungen ein, stöbern nach Indizien und steigen in die Keller, wo sie mit den Protagonisten über die Kunst, das Leben und den Tod sinnieren. Je länger der Film dauert, desto mehr wachsen die 4 Personen zu einer Schicksalsgemeinschaft und die vier weit auseinander liegenden Wohnungen zu einem labyrinthischen Komplex zusammen.
Das kleinste Gipfeltreffen der Welt, Kamor, 2004
Aktion / Videoprojekt
Das kleinste Gipfeltreffen der Welt ist eine Aktion, welche die Dorfpräsidenten der sechs kleinsten politischen Einheiten der Schweiz und deren Nachbarstaaten zum ersten Mal zusammenführte. Hinter dem Rücken der regierenden Staatsmänner der jeweiligen Länder zelebrieren die Dorfpräsidenten am Rande der Alpen auf lustvolle, poetische Weise zum G8 eine Art Gegenerfindung: K6 auf dem Kamor. Im Kontrast zu gängigen Staatstreffen stehen nicht die Grossen mit einem vorbestimmten politischen Inhalt im Zentrum, sondern für einmal die Kleinen und die spontane, zwischenmenschliche Komponente einer unüblichen Gemeinschaft.
info@sonderaufgaben.ch
www.null-stern-hotel.ch
www.zero-star-hotel.com